Die Nordsternwarte ist mobil, nach dem ich eine Akkukiste für die Stromversorgung und ein Auto habe steht einem Ausflug auf den Acker nichts mehr im Weg. Direkt in Hildesheim habe ich zwar einen Balkon in Südrichtung, aber astronomisch kann man hier außer Mond und Planeten nichts machen. Auch der Innenhof kann allenfalls zur Testzwecken benutzt werden.

Mit dem Auto ein paar Kilometer Richtung Harz fahren wird es schon spürbar dunkler. Nachdem ich ein paar Gleichgesinnte aus der Region kennengelernt habe treffen wir uns in einer klaren Nacht auf den Äckern um Heersum bzw. Bockenem. Auch dort sind Bedingungen natürlich nicht optimal: Hildesheim als nächste Großstadt verhindert einen dunklen Landhimmel. Zuweit darf man allerdings auch nicht fahren, im Süden erhellt sonst Einbeck die Nacht. Zu weit nach Osten und Salzgitter bzw. Braunschweig erhellen den Himmel. Im Norden und Westen erfasst einen bereits die Lichtglocke von Hannover, die besonders hell in den Himmel strahlt. Es gibt allerdings Ausnahmenächte mit außergewöhnlich guter Transparenz, in denen man die Sommermilchstrasse fast bis zum Horizont beobachten kann.

Die Südsternwarte wird meistens im Sommerurlaub genutzt, seltener in den anderen Jahreszeiten. Auf ungefähr 700m über dem Meer in mitten der ligurischen Seealpen liegt das Haus mit perfektem Blick in Richtung Süden. Die ersten Jahre habe ich aus dem Garten heraus mit einem Stativ beobachtet und fotografiert, 2011 habe ich zusammen mit meinem Vater eine Betonsäule im Garten gebaut. So spare ich mir die Mitnahme des sperrigen Stativs.

Das Wetter meint es manchmal gut mit den Astrofotografen und so kann man drei oder vier Tage direkt hintereinander nutzen. Das Gegenteil gibt es allerdings auch, manch ein Urlaub fällt fast vollständig ins Wasser. Der Himmel ist aber dunkel, man steigt nachts aus dem Auto und sieht fast sofort die Milchstraße. Im Süden, wo sich an der Küste alle Städte aneinander reihen ist natürlich eine Aufhellung zu sehen.

Von Vorteil ist natürlich der etwa 8° niedrigere Breitengrad, gerade bei den südlichen Messier-Objekten im Schützen helfen diese 8° schon ein wenig. Im Norden habe ich einen Bergrücken, weswegen man dort mit Aufnahmen stark begrenzt ist und Objekte auch erst deutlich später aufgehen.

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