Meine zweite Reise nach Afrika führte mich nach Botswana und Namibia. Im Gegensatz zur ersten Reise nach Tansania 2015, war diese Reise keine Lodgereise, sondern eine geführte Camping-Tour. Über Johannesburg sind wir (meine Freundin und ich) mit South African Airways nach Kasane geflogen. Ein ganz schön langer Flug und den ersten Dämpfer haben wir bekommen, als wir in unserer ersten Lodge ankamen und das Gelände halb überflutet war. Eine Schwarze Mamba und ein Korokodil konnte man von der Rezeption bzw. dem Frühstückstisch aus beobachten. Die Camping-Safari mit Bushways begann am nächsten Tag auf dem Zeltplatz neben der Lodge.

Bei einer abendlichen Bootsfahrt auf dem Chobe konnten wir unseren Guide und unsere Reisegruppe kennenlernen. Natürlich gab es auch Krokodile, Elefanten und Flusspferde zu beobachten. Der Sonnenuntergang auf dem Chobe war sicherlich ein Highlight und ein guter Start für unsere Safari. Früh am nächsten Morgen bauten wir die Zelte zum ersten Mal ab und brachen auf in Richtung namibische Grenze. Unser Ziel für den ersten Tag war der Susuwe Nationalpark. Hier hatten wir unseren ersten Game Drive und konnten u.a. Kudus, Impalas, Elefanten und diverse Vögel beobachten. Am nächsten Tag fuhren wir weiter die endlose Geradeausstrecke in Richtung Popa-Falls, die allerdings nicht besonders spektakulär anmuten. Der dritte Tag führte uns wieder nach Botswana und durch den Mahango Nationalpark zu den Tsolido Hills. Die dortigen Felsmalereien sind UNESCO Welterbe und mit einer kleinen Wanderung zu erkunden.

Die nächsten Tage verbrachten wir auf einer einsamen Insel im Okavango-Delta, die zunächst mit dem Motorboot und dann mit dem Mokoro (Einbaum) zu erreichen war. Inmitten der unberührten Natur unternahmen wir mehrere Fahrten mit dem Einbaum, um die Flora und Fauna des Deltas zu entdecken. Unter anderem sehr scheue Elefanten, verschiedene Froscharten, sehr große Spinnen, Papyrus, Riedgras und Seerosen aller Arten und unterschiedlichen Größen. Ungewohnt waren die Busch-Toilette und die Busch-Dusche, anstrengend das frühe Aufstehen und das permanente unterwegs sein. Die Eindrücke aus dem Delta haben dies aber wieder wett gemacht. Ein weiteres Highlight war der Rückflug nach Maun über das Delta mit einer kleinen Cessna.

Nun begann der richtige Safari-Teil der Reise mit einer holprigen Fahrt ins das Moremi Wildreservat. Unser Campingplatz für zwei Nächte lag malerisch unter ein paar Bäumen mit Blick auf eine Lichtung, die regelmäßig von Antilopen, Elefanten und Büffeln besucht wurde. Im Schein der Taschenlampe haben wir auch eine Hyäne gesehen, was mich allerdings nicht davon abhielt, einige Übersichtsaufnahmen des phantastischen Sternenhimmels zu machen. Beim morgendlichen Game Drive hatten wir dann auch Glück und konnten zwei Löwen bewundern, die wir schätzungsweise nachts schon haben brüllen hören. Eine seltene Entdeckung ist unserem Guide gelungen, indem er eine Python in einem Busch ausfindig machen konnte. Nach einer weiteren Nacht nahe dem Nordtor ging es weiter nach Savuti.

Der Name verspricht Safari pur und vor allem viele Löwen, von denen wir leider in Savuti keine gesehen haben. Wir hatten leider auch nur eine Nacht und sind keinen Wildhunden begegnet, obwohl es zuletzt einige Sichtungen dort gegeben haben soll. Immerhin gab es eine schöne Versammlung von Elefanten an einem der drei künstlichen Wasselöcher und eine Familie Hyänen. Ein bisschen enttäuscht waren wir trotzdem, hatten wir uns doch gerade von Savuti so viel versprochen. Die letzten drei Tage verbrachten wir wieder im Chobe Nationalpark. Zuvor mussten wir allerdings eine siebenstündige Jeepfahrt über die schlimmste Piste in Afrika überstehen. Die Sichtung unseres ersten Leoparden hat das wilde Geschaukel aber schnell vergessen gemacht.

Im Chobe Nationalpark fiel uns das viele Wasser schnell wieder auf, gerade die Uferregionen waren alle überschwemmt und nicht befahrbar. Was die Tierbeobachtungen anging, konnte der Chobe Nationalpark aber voll überzeugen. Es gab große Herden von Büffeln und Impalas, sehr zutrauliche Giraffen, Löwen mit und ohne einem Riss und weitere Leoparden. Negativ fällt in diesem Park allerdings die hohe Dichte an Touristen auf – während wir in den anderen Parks oft ganz alleine waren, sammelten sich hier um einen Leopard gleich zwei Dutzend Jeeps. Zum Abschluss der Reise nahmen wir die Kazungela-Fähre nach Sambia und besuchten die Viktoriafälle. In der hübschen Lodge direkt am Wasser mit fest installierten Zelten wimmelte es nur so von Meerkatzen. Sie spielten, kletterten und tobten auf unserem Dach herum. Hier hätten wir auch gerne einen weiteren Tag verbringen können.